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Was ist Krebs?


Was ist Krebs und wie entsteht Krebs?
„In uns allen schlummert  Krebs. Wie alle lebenden Organismen produziert unser Körper ständig defekte Zellen, aus denen Tumoren entstehen können. Aber unser Körper ist auch mit zahlreichen Abwehrmechanismen ausgestattet, die solche Zellen aufspüren und in Schach halten. In westlichen Ländern stirbt jeder vierte Mensch an Krebs, das heißt aber auch, dass drei von vier Menschen nicht an Krebs sterben. Ihre Schutzmechanismen funktionieren, sie sterben an anderen Ursachen.“
In: Das Antikrebsbuch, David Servan-Schreiber, Verlag Antje Kunstmann 2008.

 In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa  430.000 Menschen an Krebs. Noch immer ist die Diagnose „Krebs“ für die meisten Menschen ein tiefgreifender Einschnitt. Kaum eine andere Erkrankung ist so angstbesetzt und noch immer tabuisiert. Für viele ist die Diagnose „Krebs“ synonym mit Hoffnungslosigkeit, Aussichtslosigkeit und Tod. Dabei ist Krebs längst kein tödliches Schicksal mehr  - knapp die Hälfte der Betroffenen überlebt die Krebserkrankung. An Herz-Kreislauf-Erkrankungen sterben in Deutschland weit mehr Menschen.
Der Begriff Krebs wurde erstmals bereits von Hippokrates gebraucht, als er bei der
Behandlung eines bösartigen Geschwürs der Brust Ähnlichkeit mit den Füßen des Krustentieres erkannte. Auch Aristoteles verwendete den Begriff Krebs bei der Beschreibung an der Körperoberfläche gelegener bösartiger Geschwülste mit Infiltration und Zerstörung benachbarter Organsysteme.

Durch eine Veränderung ihres des Erbgutes entzieht sich eine Zelle der körpereigenen Kontrolle und beginnt sich unkontrolliert zu teilen und zu vermehren. Ein Tumor (Schwellung, Geschwulst) entsteht. Im Gegensatz zu den gutartigen Geschwülsten (benigne Tumore) zeichnen sich bösartige Geschwülste (maligne Tumore) sich insbesondere durch ein infiltrierendes und dadurch zerstörendes Wachstum in benachbarte Organsysteme aus. Eine ihrer gefährlichsten Eigenschaften ist die Entwicklung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) in entfernt liegenden Organsystemen, die dort genauso infiltrierend und destruierend wachsen wie der auslösende (Primär-)Tumor.

Unser Organismus ist in der Lage, derartige Veränderungen des Erbgutes zu reparieren und auf diese Weise die Entstehung von Krebs zu verhindern. Erst wenn diese Abwehrmechanismen versagen, entsteht bösartiges Zellwachstum – Krebs. Die krebsauslösenden Faktoren kann man in 2 Gruppen unterteilen: Zu den „endogenen Faktoren“, d. h. den Einflüssen die unser individueller Organismus in sich trägt und die wir daher nicht beeinflussen können, gehören die genetische Veranlagung, aber auch bestimmte Erkrankungen. Die viel größere Gruppe der „exogenen Faktoren“, die von außen auf unseren Körper einwirken, beinhaltet z. B. die UV-Strahlung, Chemikalien, Infektionskrankheiten, aber auch unsere persönlichen Lebensgewohnheiten wie die Ernährung, den Nikotin- und  Alkoholkonsum sowie die sportliche Betätigung. Vor allem aber spielt das Alter eine entscheidende Rolle. Je älter der Mensch wird, desto unzuverlässiger arbeiten die zellulären Reparatursysteme. Dies spiegelt sich in den Neuerkrankungszahlen wider: Das mittlere Erkrankungsalter liegt etwa bei 69 Jahren. Die größere Rolle bei der Entstehung von Krebs spielt die Gruppe der exogenen Faktoren. Etwa 40 – 60 % der Krebserkrankungen stehen in einem direkten Zusammenhang mit der Ernährung und sind somit potentiell vermeidbar. Hieraus leitet sich ein erhebliches Potential zur Prävention ab.

Grundsätzlich werden die bösartigen Krebserkrankungen in 2 große Gruppen unterteilt: die soliden (festen) Tumore entstehen entweder in den Organen, Drüsen oder Körperhöhlen und werden dann Karzinome genannt,  oder sie haben ihren Ursprung im Muskel-, Nerven-, Fett-, Bindegewebe, Knochen, Gefäßen oder Knorpel und werden als Sarkome bezeichnet. Im Gegensatz zu den soliden Tumoren, werden die bösartigen Erkrankungen des blutbildenden oder lymphatischen Systems als „liquide“ (flüssige) Tumore angesehen, da sie disseminiert das Blut oder das lymphatische System befallen. Auch wenn hierbei mehrere Organsysteme betroffen sind, spricht man dann nicht von Metastasen. Beispiele hiefür sind die Blutkrebserkrankungen (Leukämien) oder die verschiedenen Formen des Lymphdrüsenkrebses (Lymphome). Eine Krebserkrankung wird immer nach dem Ursprungsorgan benannt. Eine Leber-Metastase eines Brustkrebses besteht aus dem gleichen Gewebe wie der Brustkrebs, bleibt somit ein Brustkrebs und muss daher auch wie ein Brustkrebs behandelt werden.

Entscheidend bei der Krebsbekämpfung ist die Prävention im Sinne der Vermeidung der Krebsentstehung oder die Früherkennung einer bereits manifesten Krebserkrankung, da sich die Prognose mit zunehmend später Diagnose erheblich verschlechtert.

        

Dr. med. C. Müller-Naendrup
Onkologische Schwerpunktpraxis
im MVZ 2 im Kreis Olpe GmbH
Kardinal-von-Galen-Str. 3
57462 Olpe